Schlichtung im Bau-Tarifstreit

Die Gewerkschaft forderte für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauwesen einen ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent, 100 Euro mehr für Auszubildende und Wegegeld für die Fahrten zur Baustelle. Für die Arbeitnehmer sei es inakzeptabel lange Anreisewege zu wechselnden Baustellen auf sich zu nehmen, weil wertvolle Lebenszeit verloren geht, ohne dafür angemessen entschädigt zu werden. 

“Es ist höchste Zeit, dass endlich ein vernünftiges Angebot in dieser Tarifrunde kommt. […] Der Bau hat komplett durchgearbeitet, also da war nichts mit Lockdown. Deshalb gibt es auch überhaupt keine Veranlassung, dass wir jetzt die Forderungen reduzieren” – Robert Feiger, Chef der Industriegewerkschaft IG AU 

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) lehnte bisher alle Anforderungen der IG Bau ab. Die Arbeitgeber haben sehr wohl die (wirtschaftlichen) Folgen der Corona-Pandemie gespürt. 

“Wir können die zukünftige Entwicklung unserer Branche nur schwer einschätzen, daher konnten wir uns nicht auf die hohe Entgeltforderung der Gewerkschaft einlassen und streben weiter ein maßvolles Ergebnis an.” – Jutta Beeke, Vizepräsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

Am 03.09. Donnerstag konnte letztendlich eine Einigung erzielt werden. Ab Januar sollen Beschäftigte im Westen einen Lohn-Plus von 2,6 Prozent und im Osten einen von 2,7 Prozent erhalten. Darin inbegriffen ist auch die vom IG BAU geforderte Wegezeit-Entschädigung zur Baustelle, die bereits ab Oktober gezahlt werden soll. Zusätzlich gibt es eine einmalige steuerfreie Corona-Prämie von 500 Euro und auch das Gehalt von Azubis wird erhöht. 

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