Weckruf Digitalisierung

Warum moderne Bausoftware unerlässlich geworden ist

Hamy Albath - 23.06.2020

In diesem Beitrag lesen Sie:

  • Digitalisierung – Ein immer schneller wachsender Trend
  • Von papierintensiver Verwaltung zu Projektmanagement-Software
  • Praxis-Beispiel: Einkauf von Nachunternehmen und Material
  • Digitale Strategien definieren
  • Ein Blick auf andere Industriezweige
  • Netzwerke erweitern

Digitalisierung – Ein immer schneller wachsender Trend

Die Digitalisierung der Baubranche ist ein seit Jahren immer schneller wachsender Trend. In allen Branchen, in denen die Digitalisierung schon weiter vorangeschritten ist, lassen sich starke Effizienzverbesserungen erkennen. Die Bauindustrie hat viel nachzuholen und das tut sie aktuell rasend schnell. Der Druck für Veränderungen kommt dabei aus mehreren komplementären Richtungen:

Kundenerwartungen

Die Gesellschaft wird durch andere, sich sehr schnell verändernde Märkte, wie beispielsweise Business-to-Consumer (B2C) beeinflusst. Sie erwartet also auch eine Optimierung von ihren Wohnungen, Büros, Geschäftsgebäuden und Infrastrukturen. Bauwerke werden immer individueller und modularer. Die Anforderungen von Kunden steigen schnell und werden immer komplexer und die Erwartungen an ein Produkt oder eine Leistung sind höher als früher. Wohnungen und Büros werden nicht mehr einfach nur nach ihrem Wohnnutzen bewertet, sondern danach wie energieeffizient, umwelt- und gesundheitsfreundlich sie gebaut sind. 

Neue technologische Fähigkeiten

Auf dem Markt gibt es mehr verfügbare Technologien, wie Drohnen, Robotik oder 3D Drucker, als je zuvor. Die Kosten für Sensoren und verschiedene Hardware sowie Software sind in den letzten Jahren gesunken und haben enorme Effizienzsteigerungen ermöglicht, die wiederum zu neuen Innovationen geführt haben. Diese Innovationen sollten dringend in Bauprozesse miteingebunden werden.

Generationenwechsel

Die Baubranche, die Veränderungen traditionell immer skeptisch gegenüberstand und dementsprechend zögerlich gehandelt hat, bekommt einen neuen frischen Wind durch die jüngeren Generationen, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind und die mit ihr große Chancen verbinden. Sie sind technisch versiert, erlernen und entwickeln neue Arbeitsmethoden und treiben den Digitalisierungsprozess energisch voran. Viele neue noch nicht bekannte Arbeitsplätze werden in den kommenden Jahren durch die Einführung neuer digitaler Werkzeuge und Prozesse geschaffen werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Regierungen, vor allem in Nordeuropa, haben ihre CO2- und Energieeffizienzvorschriften verschärft. Die Digitalisierung kann dabei helfen, die Umweltauswirkungen von Bauprojekten zu reduzieren. Zukünftig wird es auch erhöhte Anforderungen an die Datennutzung (DSGVO) und Cybersicherheit geben, die sorgfältig analysiert werden müssen.

Bauprojekte effizienter organisieren

Boomendes Start-up Umfeld

Start-ups haben sich als wichtige Triebkraft für digitale Veränderungen erwiesen. Immer mehr sehen auch die Chancen einer digitalen Transformation in der Bauindustrie. Sie erforschen, wie digitale Lösungen die drei wichtigsten Ressourcen in der Baubranche – Arbeitskräfte, Maschinen und Material – mithilfe von cloudbasierten Systemen wie Cosuno oder neuen Projektmanagement-Softwares, optimal zusammengebracht werden können. Die Anschub-Finanzierungen solcher Start-ups sind in den letzten Jahren rasant angestiegen und dies nicht zuletzt, weil die großen bestehenden Software Anbieter der Baubranche (Nemetschek, RIB, u.v.m.) auf stark veralteten Programmiersprachen entwickelt wurden und dadurch keine moderne, nutzerfreundliche Software anbieten können. Daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern, weil eine Umstellung auf die modernen Programmiersprachen kaum zu bewerkstelligen ist. Hier bieten Start-ups deutlich bessere Lösungen an. 

Die industrielle Revolution unserer Zeit ist digital. Wir müssen Technologien wie Cloud-Computing, datengesteuerte Wissenschaft und das Internet der Dinge (IoT) so fördern, dass wir deren Potential voll ausschöpfen.

 – Andrus Ansip, Kommissar für den digitalen Binnenmarkt und Vizepräsident der Europäischen Kommission 2017

 

Von papierintensiver Verwaltung zu Projektmanagement-Software

Die Baubranche ist dafür bekannt Bauprojekte langsam und verspätet fertigzustellen. Manager und Bauunternehmer folgten früher dem traditionellen papierintensiven Managementsystem, das die folgenden Probleme verursachte:

  • Kommunikationsengpässe – der Informationsfluss war fragmentiert und verzögerte sich, was zu Projektstopps oder -verzögerungen führte
  • Budgetüberschreitungen, die dazu führten, dass Projekte auf halbem Wege zum Stillstand kamen
  • Falsche Entscheidungsfindungen, die zu hohen Kosten und Ressourcenverschwendung führte
  • Historische Aufzeichnungen waren nicht vorhanden, ungenau oder unvollständig, was die Effizienz zukünftiger Bauprojekte beeinflusst, weil nicht auf alte Erfahrungswerte zurückgegriffen werden konnte

Praxisbeispiel Einkauf von Nachunternehmern und Material

Ein anschauliches Beispiel für den Kontrast zwischen analoger und digitaler Arbeitsweise ist der Einkauf von Bauleistungen (Nachunternehmer und Material) bei Generalunternehmen und Bauträgern. Es müssen dabei hunderte von Nachunternehmen mit sich ständig ändernden Plänen versorgt, Preise verglichen und Bescheinigungen angefragt und kontrolliert werden. Cosuno hat diesen Prozess, der sonst über BCC und riesige Email Verteiler läuft, auf eine moderne Cloud Software Lösung gehoben und dabei Lieferanten, sowie Nachunternehmen, angeschlossen. Aus der Analyse unserer Kundendaten zeigen sich 2-stellige Effizienzgewinne und dazu eine gesteigerte Zufriedenheit aller am Bauprojekt Beteiligten. Darüber lässt sich auch erklären, warum Kunden über Cosuno mehr Angebote in Ihren Ausschreibungen erhalten. Interessant ist auch zu beobachten, wie reibungslos eine Umstellung auf moderne Cloud Software möglich ist. Die gesamte Onboarding Dauer, bis die Umstellung vollzogen ist, liegt meist unter einer Stunde. 

Digitale Strategien definieren

Um eine digitale Strategie zu entwickeln ist es zunächst notwendig, sich ein vollständiges Bild von den Möglichkeiten der Digitalisierung zu machen. Vielen Akteuren im Baugewerbe fehlt oft ein vollständiges Bild von den Herausforderungen für ihre Branche. Um eine Unternehmensvision zu definieren, sollten zunächst folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie entwickeln sich die Erwartungen der Kunden/welche Entwicklungen sind die wirklich wichtigen
  • Welche neuen Technologien kommen oder werden in den nächsten Monaten und Jahren auf den Markt kommen
  • Was machen die Wettbewerber
  • Mit welchen Startups sollte man eine Partnerschaft eingehen/in welche sollte man investieren
  • Wie fortgeschritten ist das eigene Unternehmen im Bereich der Digitalisierung (in Bezug auf strategische Visionen, Fähigkeiten der Mitarbeiter, Schlüsselprozesse und technologische Bereitschaft)
  • Welchen Hindernissen steht das Unternehmen derzeit bei der Digitalisierung gegenüber 
  • Wie könnte der Digitalisierungsprozess beschleunigt werden 

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist angesichts des derzeitigen Zustands der Bauwirtschaft unerlässlich. Der Markt entwickelt sich sehr schnell. Seine Komplexität und die damit verbundenen Chancen boomen, machen es aber auch zwingend erforderlich diese neuen Entwicklungen zu verstehen, um im Wettbewerb mit anderen Unternehmen standhalten zu können und seinen Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein. 

Ein Blick auf andere Industriezweige

Andere Industriezweigen haben bereits die bittere Erfahrung machen müssen: Jemand hat eine Idee, wie man das bisherige Geschäftsmodell verändern kann und nur wenige Jahre später sind selbst etablierte Unternehmen vom Markt verschwunden. Beispiele für die Verlierer der Digitalisierung sind u.a. Hersteller von Lexikonverlagen oder Videotheken. Als Wikipedia im Jahr 2001 gegründet wurde, wurde es von den Lexikonverlagen belächelt und nicht ernst genommen. Die Seite sei unseriös und die Inhalte würden von nicht ausgebildeten Autoren geschrieben werden. Heute haben Lexikonverlage weitgehend ihre Arbeit eingestellt. Videotheken gab es von den 1980ern bis in die 2000er Jahren wie Sand am Meer. Für nur 1 Euro konnte man sich einen Film ausleihen und einen entspannten Filmabend mit Freunden oder der Familie verbringen. Im Jahr 2017 existierten nur noch 600 von ehemals 4300 Videotheken und heutzutage gibt es nur noch eine handvoll Videotheken in Deutschland. Sie wurden von Streamingdienste wie Sky, Netflix oder Amazon Prime vom Markt gedrängt. Der Markt ist ständig in Bewegung und wer keine Innovationsbereitschaft zeigt, bleibt hinter der Konkurrenz zurück. 

Netzwerke erweitern

Eine digitale Welt ist per Definition offen, mit abnehmenden Grenzen und zunehmender Komplexität. Um kommende Veränderungen erfolgreich zu meistern, müssen Bauunternehmen über den Tellerrand hinausschauen, mehr Partnerschaften eingehen und Investitionen tätigen. Geeignete Allianzen werden ein wesentlicher Baustein für eine prosperierende Entwicklung sein. 

Fazit 

Die ehemals als “Backstein- und Mörtelindustrie” bezeichnete Baubranche tritt in das digitale Zeitalter ein. Es besteht kein Zweifel daran, dass bedeutende Veränderungen bevorstehen. Die skizzierten Trends üben Druck auf die etablierten Betreiber, sowohl Gerätehersteller als auch traditionelle Bau- und Dienstleistungsunternehmen aus, weil sie zu einer komplexeren und dynamischeren Wettbewerbslandschaft führen. Der digitale Vorstoß entwickelt sich rasant und auch wenn viele Akteure der Bauindustrie von dem Wandel und von den neuen Technologien überrumpelt sind und ihnen ängstlich oder sogar ablehnend gegenüberstehen, ist es auch für sie an der Zeit eine digitale Strategie zu entwickeln. Dies wird für den kontinuierlichen Erfolg eines Bauunternehmens und der gesamten Baubranche in den kommenden Jahren unerlässlich sein. 

 

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